Entwicklung

Foto © Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Am 5.4.1968, einen Tag nach der Ermordung von Martin Luther King hielt Bobby Kennedy die folgende Rede gegen Gewalt.Seit dem sind 44 Jahre vergangen und wenn wir uns so auf unserer Erde umschauen, dann müssen wir leider feststellen, dass wir Menschen noch nicht sehr viel weiter gekommen sind.Diese Rede war damals auf die USA bezogen, dennoch gilt sie wohl für die gesamte Erde. Deshalb habe ich ein paar ergänzende Wörter in Klammern dazugesetzt.

„Heute ist kein Tag, um über Politik zu streiten.
Ich möchte diese Veranstaltung dazu nutzen – die einzige, die ich heute wahrnehme –, um Ihnen kurz etwas über die sinnlose Gewalt in Amerika (auf der Welt) zu erzählen, die immer wieder Schande über unser(e) Land(Erde) bringt und über jeden einzelnen von uns.

Es ist nicht das Problem nur einer Rasse; die Opfer der Gewalt sind schwarz und weiß, arm und reich, jung und alt, berühmt und unbekannt.Aber sie sind vor allem eins: Menschen, die von anderen Menschen geliebt und gebraucht wurden.

Kein Mensch, ganz gleich wo er lebt oder was er tut, kann davor sicher sein, daß er nicht als nächster das Opfer sinnlosen Blutvergießens wird.Und dennoch ist kein Ende abzusehen. Das Blutvergießen in unserem Land (auf unserer Erde)wird weitergehen.

Aber warum? Was hat man mit Gewalt jemals bewirkt? Wann hat Gewalt jemals Gutes hervorgebracht?

Wann immer ein Amerikaner(Mensch) unnötigerweise durch einen anderen Amerikaner (Menschen) sterben muß, ob im Namen des Gesetzes oder dem Gesetz zum Trotz, durch die Hand eines einzelnen oder die einer Gruppe, ob kaltblütig oder in blinder Wut, als Ausbruch von Gewalt oder als Reaktion auf Gewalt – wann immer wir das Leben eines Menschen zerstören, das er mühsam und stetig für sich und seine Kinder aufgebaut hat; wann immer so etwas geschieht, dann ist das eine Entwürdigung für unsere gesamte Nation(gesamte Erde)

Und dennoch scheinen wir die Zunahme von Gewalt immer mehr zu tolerieren, eine Gewalt, die unsere menschliche Gemeinschaft mißachtet und unseren Anspruch, eine Zivilisation zu sein. Zu häufig akzeptieren wir Arroganz und Anmaßung, und daß jemand auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, um sich zu nehmen, was er will.

Zu häufig finden wir Entschuldigungen für jene, die bereit sind, ihr eigenes Leben auf den zerstörten Träumen anderer aufzubauen.

Aber eins steht fest: Gewalt erzeugt nur Gegengewalt. Unterdrückung führt zur Vergeltung. Nur eine Läuterung unserer Gesellschaft kann diese Krankheit aus unseren Seelen vertreiben

Aber wenn wir die Menschen lehren, ihre Brüder zu hassen und vor ihnen Angst zu haben; wenn wir ihnen sagen, daß der eine aufgrund seiner Hautfarbe oder seines Glaubens oder der politischen Überzeugungen, die er vertritt, minderwertig ist; wenn wir die Lehre verbreiten, daß jene, die anders sind als wir, eine Bedrohung darstellen; für die eigene Freiheit, für den eigenen Job, für das eigene Heim oder die Familie, dann lehren wir damit auch, andere nicht als Mitbürger, sondern als Feinde zu betrachten, mit denen man nicht kooperieren darf, sondern die man bezwingen will; die man unterdrücken und beherrschen möchte.

Was schließlich dazu führt, daß wir unsere Brüder als Fremde betrachten; Fremde, mit denen wir zwar unsere Stadt (Erde) teilen, aber nicht unsere Gemeinschaft. Menschen, die zwar durch einen gemeinsamen Wohnsitz mit uns verbunden sind, um die wir uns aber nicht bemühen.

Wir lernen nur, eine gemeinsame Angst zu teilen; den gemeinsamen Wunsch, uns voneinander zurückzuziehen. Wir teilen nur den gemeinsamen Impuls, auf Uneinigkeit mit Gewalt zu reagieren.

Unser Leben auf diesem Planeten ist zu kurz; die Arbeit, die vor uns liegt, zu wichtig, als daß diese Haltung noch länger bestehen darf in unserem Land.

Natürlich können wir sie nicht mit einem Programm oder einem Gesetz verbieten. Aber vielleicht sollten wir uns vor Augen führen – auch wenn es nur für eine gewisse Zeit ist –, daß jene, die mit uns zusammen leben, auch unsere Brüder sind; daß sie denselben kurzen Augenblick des Lebens mit uns teilen. Daß sie – genauso wie wir – nichts weiter als die Möglichkeit suchen, ein sinnvolles und glückliches Leben zu führen und dadurch soviel Zufriedenheit und Erfüllung wie möglich im Leben zu finden.

Mit Sicherheit kann dieses gemeinsame Band des Schicksals, dieses gemeinsame Band des Lebens eine Lehre für uns sein. Wir können zumindest daraus lernen, die Menschen um uns herum, unsere Mitmenschen, einmal richtig zu sehen.

Und ich bin davon überzeugt, daß wenn wir uns Mühe geben und uns gegenseitig unsere Wunden verbinden, daß wir dann in unseren Herzen auch wieder Brüder und Landsleute sein werden.“

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