Psycho-Physignomie

Wie wir Menschen begegnen


Gesichter 5
Wir sehen in ein Gesicht und nehmen das wahr, was uns unser Gehirn, nach dem Abgleich mit bereits gespeicherten Bildern, Mustern und Erfahrungen anbietet. Unser Gegenüber wird im ersten Moment von uns unbewusst in eine Schublade Sorte Mensch XY gepackt. Wir schauen uns unsere Mitmenschen und uns selber nicht im Detail an, sondern benutzen i übertragenen Sinne die Schablonen  mit denen unser Gehirn arbeitet. Für viele ist ein Mensch mit einem runden, freundlich lächelnden Gesicht, ein Mensch, der „gut“ für uns ist.
Vermutlich eine Prägung aus der pränatalen Phase. Dies bedeutet wir begegnen diesen Menschen eher aufgeschlossen und freundlich. Ein griesgrämig aussehender Mensch mit heruntergezogenen Mundwinkeln kann dafür möglicherweise eher negative Gefühle hervor und wird somit in die Kategorie „Achtung“ gesteckt. Beide Einordnungen werden getroffen, ohne zu wissen was der eine Mensch kann oder nicht kann, ohne zu wissen, was dies für ein Mensch ist.

Einem für unsere Begriffe sympathischen Menschen vertrauen wir eher ohne zu hinterfragen, ein weniger sympathischer Mensch hat es schwerer unser Vertrauen zu erhalten, weil unser Gehirn dies im ersten Abgleich nicht zulässt.

Menschentalentseminare http://www.menschentalent.de/aktuelle-termine.html bieten einen möglichen Weg, das Bewusstsein zu schulen und dem Gehirn neue oder andere Informationen als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung zu stellen

Gesichter lesen im Wandel der Zeit! Steinzeit bis zur Antike…tbc


Gesichter lesen im Wandel der Zeit!

In meinen Vorträgen und Seminaren kommen immer wieder Fragen auf: „woher den dieses Wissen stammt?“ oder „Ob das wissenschaftlich belegt ist?“ Leider kann man darauf, guten Gewissens, keine eindeutig definierte Antwort geben. Ein Grund dafür ist, dass die Quellenlage zu diesem Thema relativ dürftig ist. Also zumindest für die ganz anfänglichen Ursprünge.

Zur Wissenschaftlichkeit würde ich gerne mit einer Gegenfrage antworten. Wenn ein Thema seit tausenden von Jahren, von Millionen von Menschen bearbeitet wird, wie wissentschaftlich ist das dann? Vor allem, wenn immer die neuesten Erkenntnisse in das Ergebnis eingearbeitet werden…

Je nach philosophischer Ausrichtung des Autors wird die Entstehung dieser „Kunst“ entweder in China oder im alten Griechenland angesiedelt. Ich für meinen Teil bin fest davon überzeugt, dass beide Ansätze viel zu kurz gesprungen sind. Denn schon unsere weitläufigen Vorfahren mussten sich diese Kenntnisse zu nutze machen, alleine aus überlebenstaktischen Gründen.  Schwierig bleibt der Nachweis für diese These, denn zu dieser Zeit darbte die Medienlandschaft noch, ganz zu schweigen davon, dass es auch sonst überhaupt keine schriftlichen Überlieferungen aus diesem Zeitabschnitt gibt. Nebenbei bemerkt, würde ich einer Bildzeitung aus dieser Zeit sogar meine Aufmerksamkeit widmen.

Zurück zum eigentlichen Thema. Also in diesem Land vor unserer Zeit, musste es aus zwei Gründen wichtig gewesen sein, in Gesichtern lesen zu können. Der Erste ist fortpflanzungstechnischer Natur. Neben dem Körperbau des potentiellen Sexualpartners, der Aufschluß über gute Gene gab (der Gentest war ja auch noch nicht erfunden), waren vor allem die Gesichtszüge wichtig für eine zielsichere Wahl des überlebensfähigen Genpools. Witzigerweise funktioniert dieser Mechanismus auch heute noch, wie kürzlich nachgewiesen wurde.

Frauen richten sich auch heute noch in Teilbereichen bei der Partnerwahl unbewusst nach der Fortpflanzungswahrscheinlichkeit – ihre Vorlieben wechseln im Laufe ihres Zyklus. Für „Die große Show der Naturwunder“ fragte der SWF  Versuchsdamen zu verschiedenen Phasen ihres Zyklus mit Hilfe eines kleinen Films nach ihrem bevorzugten Männertyp. Im Experiment zeigte sich, dass das zarte Geschlecht während ihrer fruchtbaren Tage Männer mit besonders markanten Gesichtszügen bevorzugte. Solche maskulinen Attribute versprechen starken und gesunden Nachwuchs, da sie evolutionspsychologisch für einen hohen Testosteronspiegel stehen und damit eine höhere Fortpflanzungswahrscheinlichkeit signalisieren.  Irgendwie ist das also ein gespeichertes Programm in unserem Unbewussten. Allerdings denke ich, dass das nicht nur bei den Frauen so ist. Nur gibt diese erwähnte Versuchsreihe nicht mehr her. 

Es erscheint mir auch logisch, dass es für unsere Vorfahren überlebensnotwendig war, Kennzeichen für Aggression und Wut in den Gesichtern der anderen zu erkennen. Denn vermutlich war auch der Berufsstand des Mediators noch nicht mit einem Businessplan hinterlegt. In Ermangelung dieser dienstbaren Geister, musste man eben zu jener Zeit vorsorglich, vor allem rechtzeitig, zur Keule greifen und das Problem mit dem Gegenüber aus der Welt schaffen. Wie weiter oben schon erwähnt, fehlen uns aus bekannten Gründen, hierzu die schriftlichen Nachweise.

Deshalb mache ich jetzt einen großen Sprung ins Griechenland der Antike. Der große Gelehrte, Wissenschaftler und Philosoph Aristoteles machte sich seinerzeit angeblich tiefgreifende Gedanken zu diesem Thema. Um es einfach zu machen, zitiere ich hier eine Passage aus Wikipedia  „Die vermutliche älteste Darstellung physiognomischen Wissens findet sich in den Schriften von Aristoteles. Nach M. Schneidewin und V. Rose ist es jedoch wahrscheinlich, dass nur kleine Teile davon von Aristoteles selbst stammen und antike Gelehrte den Text aus mindestens drei verschiedenen Quellen kollationiert haben (Pseudepigraphie). Der Text bietet dennoch Informationen über die Art des Wissens, das man in der Antike unter dem Stichwort Physiognomik für bewahrenswert hielt und wurde über Jahrhunderte immer wieder von Theoretikern der Physiognomik rezipiert.Der pseudoaristotelische Text enthält zwei Kasuistiken: Zum einen sollen verschiedene „Charaktere“ an typischer Beschaffenheit von Körperfarbe, Behaarung, Haltung, oder Bewegung zu erkennen sein. So sei zum Beispiel bei einem „Feigling (…) der Haarwuchs weich, der Körper geduckt, nicht hastig, die Waden zurückgezogen; rings im Antlitz etwas bleich; die Augen schwach und blinzelnd und die Extremitäten schwach und die Schenkel klein und die Hände dünn und lang“ usw. Der Rest des Textes ist eine parataktischeAufzählung, die jeweils ein körperliches Merkmal fast tabellarisch einer seelischen Eigenschaft zuordnet. Es wird nicht grundsätzlich zwischen physiologischen und pathologischen (affektiven) Körperzeichen unterschieden. Ein purpurrotes Gesicht lässt zum Beispiel auf Schamhaftigkeit schließen; schwarze Augen sind ein Zeichen von Feigheit usw. Daneben gibt es die Möglichkeit von Analogieschlüssen. So verweisen zum Beispiel Haupthaare, die sich an der Spitze kräuseln wie beim Löwen, auf besonderen Mut – die Eigenschaft des Löwen. Tiere und Menschen werden in der pseudoaristotelischen Physiognomik gemischt behandelt. Mit größerer Sicherheit kann Aristoteles der methodologische Teil der „Physiognomonik“ (so seine Bezeichnung) zugeschrieben werden. Die Wissenschaftsfähigkeit der Physiognomonik sei gegeben, solange sie der „Methode“ folge. Das heißt, es dürfe nicht ausgehend von Einzelfällen und oberflächlichen Ähnlichkeiten geschlossen werden, sondern es müssten viele Fälle gesammelt und verglichen werden, will man allgemeine physiognomische Regeln gewinnen. (Diese Auffassung ist im Einklang mit dem aristotelischen Organon der Wissenschaften.) Die „ontologische Voraussetzung“ für ihre Richtigkeit sei, wie der Text weiter analysiert, die gegenseitige Abhängigkeit von Körper und Seele. Veränderungen im Körper verursachten auch seelische Veränderungen und umgekehrt, stünden also in einem isomorphen Korrespondenzverhältnis.“ …schöner hätte ich es nicht ausdrücken können. Interessant daran, ist vor allem der letzte Satz, der für mich auch heute noch Gültigkeit hat. 

Soweit, für heute, mein Ausflug in die Geschichte. Demnächst werde ich mich dann von Christi Geburt bis ins Mittelalter und die Neuzeit vorwärts bewegen… soviel kann ich schon versprechen, nicht nur die menschliche Physiognomie hat sich im Laufe der Jahrtausende erheblich verändert, auch die Physiognomik.

Das große Interview


Dank einer sehr kritischen Journalistin, hatte ich in der letzten Woche die Gelegenheit, zu einigen Fragen Stellung zu beziehen. Der Enstehungsprozess des Interviews war sehr spannend. Insgesamt dauerte das Interview, inklusive Fotoshooting, etwas über fünf Stunden. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Für mein Verständnis kam dabei ein angemessen kritisches und doch neutrales Bild über mein Thema zustande…